The Vinyl Era

Die 60er und 70er Jahre waren die Zeit der musikalischen Ursprünglichkeit, eine Zeit der Gegensätze, aber auch der „großen“ Entdeckungen vieler neuer Musikrichtungen – obwohl es keine CDs und kein Internet, keine MP3-Player, auch keine Smartphones oder sozialen Netzwerke gab. Aber doch, es gab sie, die sozialen Netzwerke, jedoch funktionierten sie in diesen Jahren ganz anders. Man zelebrierte gemeinsam die schwarze Vinyl-Scheibe, denn sie war die wichtigste Eintrittskarte für die Fangemeinde in die Welt der Musik.

Jedes Album war gefühlt voller magischer musikalischer Momente, die unwiederholbar in den Studios eingefangen wurden. Heute zum Alltag gehörende Bearbeitungsmöglichkeiten kamen allenfalls in der Fantasie visionärer Köpfe vor, die sich dennoch eine digitale Welt hätten kaum vorstellen können. Aber die legendäre schwarze Scheibe lebt bis heute weiter. Vielleicht deshalb, weil jeder spürt, dass sich in der Ursprünglichkeit fast vergessene, aber einzigartige künstlerische Werte verbergen.

Die beispiellose Renaissance der Vinylschallplatte, getragen von Musikern, die das Gefühl und die Authentizität der Produktionstechnik aus vergangenen Zeiten neu für sich entdecken, ist ein Indiz für die Sehnsucht nach dem Echten und Einzigartigen, nach dem Lebendigen und Unwiederholbaren.

Recording in the 70's

Die Klangästhetik der 60er und 70er war nicht zuletzt durch die aus heutiger Sicht sehr begrenzten tontechnischen Mittel gekennzeichnet und die damit verbundene – oft nur einmalige – Chance, in nur einem Moment einen Song für die Ewigkeit festzuhalten.

Der Aufwand auf Seiten der musikalischen Akteure und der Studiomannschaft war hoch und jeder Versuch, das Außergewöhnliche einzufangen, ein Unikat. Die Werkzeuge für Klang-, Dynamik- und Effektbearbeitung waren rudimentär. Jedem Schritt des Produktionsprozesses ging eine Entscheidung voraus, die endgültig war. Der musikalische Schnappschuss, die Stimmung und Tagesform der Musiker, das Studio als Kreativzündung für Ausdruck und Emotion – das waren die Bausteine eines außergewöhnlichen Hörerlebnisses.

Das Mikrofon war oft das wichtigste gestalterische Element, denn der Klang entstand bei der Aufnahme und nicht in einem Best-Of-Prozess heutiger Nachbearbeitungsoptionen … und das U 47 fet war bei vielen dieser Produktionen ganz vorn dabei.

Recording today

Musiker und Tonmeister begeistern sich heute wieder für diese charakterstarken Klänge, die auf ihre Weise die Leidenschaft und Emotionen ihrer Zeit transportierten. Die Suche nach einem Ausdruck in der Musik, der unter die Haut geht, sich vom Mainstream abhebt, lässt viele Kreative die Audiowerkzeuge vergangener Jahrzehnte wieder neu entdecken.

Analog zu klingen, ist dabei oft das beste Kompliment für die digitale Technologie, die große Anstrengungen unternimmt, der Reiselust durch die Vergangenheit mit authentischen Emulationen gerecht zu werden.

Dennoch, viele musikalische Strömungen definieren sich heute aus der digitalen Produktionstechnik und wären ohne ihre Existenz nie entstanden, ebenso wie sich Arbeitsprozesse durch sie beschleunigen und neu definiert werden.

Mit dem Relaunch des U 47 fet besteht die Chance, epochale Technologien Seite an Seite zu kombinieren und neue Klangwelten zu erschaffen. So wie ein Smartphone schier unbegrenzte Möglichkeiten bietet, eröffnet die digitale Audiotechnik unendliche Gestaltungsoptionen – das U 47 fet gibt dem Sound dabei aber eine eigene Ästhetik, seinen unverwechselbaren Fingerabdruck, ähnlich wie das Polaroid-Foto in der Fotografie.